Lesepate im Kindergarten – eine Erfolgsgeschichte

 

 

Vor etwa sieben Jahren rief die Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck die Aktion „Vorlesen im Kindergarten“ ins Leben. Die Kleinen sollten frühzeitig auch ans Lesen herangeführt werden – eine sehr sinnvolle Idee. Das fand ich mir wie auf den Leib geschrieben. Kaum hatte ich mich beworben, war ich auch schon genommen – die Initiatorin – was für ein Zufall – war Redakteurin beim Kinderfunk des Bayerischen Rundfunks. Da war ich schon mal – und sie begrüßte mich mit den Worten: „Also, Sie kann ich mir so richtig als Leseopa vorstellen!“

Nun ja – fortan war meine „Arbeitsstelle“ der Kindergarten Pusteblume.

 

Inzwischen weiß ich, dass verschiedene Kindergärten sehr unterschiedlich verfahren. In meinem Falle war es so, dass man mir die „Lernecke“ als Forum zur Verfügung stellte. Das war ein separates Zimmer, aber ohne Tür und zum Flur hin offen. Mir kam das entgegen (aus Gründen, die ich gleich erläutern werde). Dabei war natürlich der Lärm der außerhalb vorbei tobenden Kinder störend, doch musste das hingenommen werden. Schon sehr bald entwickelte die ganze Sache dann ein Eigenleben.

 

Es ist unglaublich, wie zutraulich manche Kinder werden, wenn sie einen erst einmal richtig kennen gelernt haben. Man drängelte sich, auf meinem Schoß sitzen zu dürfen – ich musste dann pro Geschichte wechseln.

 

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Heute ist es so, dass ich mich tunlichst zu Boden bringen sollte – sonst würde mich die gesamte heranstürmende Kinderschar umreißen. Was für mach einen ein Gräuel ist – für mich ist es ein Segen!

Wobei man das Kindsein natürlich berücksichtigen muss. Viele Kinder kuscheln kurz bei mir, dann wenden sie sich abrupt ab, um etwas anderes zu spielen. Als ob sie mich plötzlich nicht mehr kennen! Und dann sind sie wieder bei mir.

Nach dem Vorlesen setze ich mich manchmal noch zu ihnen und spiele mit ihnen einfach – meistens fragen sie danach. In der Turnhalle gibt es manchmal auch eine Tobestunde – Lärmkulisse inklusive. Mir ist schon klar, kein Erwachsener spielt so mit den Kindern wie ich. Aber was soll’s! Die Kinder sind glücklich, die Erzieherinnen (leider kein Mann) sind glücklich, ich bin glücklich – und die Eltern schließlich auch, wenn die Kinder zu Hause mit leuchtenden Augen erzählen, was wieder los war!

 

Das mache ich alles ehrenamtlich neben einem Vollzeitjob. Aber ist nicht das herzerwärmende Verhalten der Kinder viel mehr als jede Entlohnung je sein könnte?

 

Und manche Kinder sind inzwischen so anhänglich, dass sie mich am liebsten gar nicht wieder loslassen. So kam es, dass ich inzwischen auch zum Leihopa geworden bin --> hier 

 

Und dann ist da natürlich noch die faszinierende Vielfalt der verschiedenen Kinderpersönlichkeiten! --> hier

 

Juni 2012

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